VERTRAUEN

Willkommen in der Schweiz!

Das Land mit Fachkräftemangel und ebenso solches, wo Ihre Leistung und berufliches Potenzial fast niemanden interessieren.

Alternativtitel: «MEINE VERARBEITUNGSTHERAPIE»

Bleibt das so für immer oder wird der Umgang mit ausländischen Fachkräften noch schlechter?

Ich bin überzeugt, dass die meisten diese Situation kennen oder schon mal erlebt haben.

Die Tage war es wieder mal so weit … eine Job-Absage als Maschinenführer! Wieso bewirbt sich ein IT-Mensch wie ich auf so eine Stelle? Vielleicht, weil ich es kann und noch flexibel und lernfähig bin…!?

Immer wieder erlebe ich HR-Menschen als die unüberwindbare Hürde für den Eintritt in ein neues Berufsleben. Warum ist das so? Habe nur ich den Eindruck, dass diese HR-Mensch eigentlich nicht richtig wissen was sie wirklich tun? Wozu ist dieser HR-Mensch noch gut? Vor allem frage ich mich, was denn meine bereits hart erarbeitete und in einem Arbeitszeugnis dokumentierten Fähigkeiten wert sind?

Inzwischen bekomme ich einen Bluthochdruck wenn mir jemand diese Eisbrecher-Einstiegsfrage stellt: «Erzählen Sie uns ein wenig von Ihnen und Ihrem beruflichen Werdegang, damit wir Sie etwas besser kennenlernen können».

Nachdem die Vorstellung beendet ist, habe ich den starken Eindruck, dass die HR-Menschen immer noch mit einem riesigen Fragezeichen über ihrem Kopf dasitzen. Da frag ich mich, warum ich dies alles erzählt habe? Ist denn mein beruflicher Weg und meine persönliche Entwicklung so katastrophal gewesen, dass ich auf keine Position passe?

Ich bewerbe mich in einem Unternehmen, um eine entsprechende Position zu besetzen. Dabei frage ich mich, was für die Firma wichtig ist, was für das Geschäft wichtig ist und wie kann ich mich bestmöglich einbringen, um dem zu entsprechen?

Ich will doch nicht mit dem HR-Menschen einen Ehevertrag schliessen, muss mich aber bei dem am besten verkaufen können. Wieso muss man diese Menschen von seinen eigenen Ambitionen und Fähigkeiten überzeugen? Er oder sie ist doch auch nur ein MitarbeiterInn des Unternehmens. Woher erkennen diese HR-Menschen in 5 Minuten, ob ich die Fähigkeiten für diese Arbeit habe oder nicht? Oft habe ich den Eindruck, dass sie es an einem fremdländischen Namen oder einer anderen Nationalität erkennen. Oder ist es gar eine Sympathie-Antipathie Geschichte?

Für den Rest des Arbeitslebens sieht man HR-Menschen eher selten und überwiegend ist man für sie nur eine Personalnummer im System. Zum Schluss sind sie noch beim Arbeitszeugnis dabei und dort ist auch der Anfang der fantastischen Geschichte.

HR und leitende Fachpersonen werden für die Erstellung von aussagekräftigen Zeugnissen bezahlt. Damit der Arbeitsmarkt die entsprechenden Präferenzen und Fähigkeiten des Arbeitnehmers erkennen kann. Angeblich sollen die Arbeitszeugnisse auch eine fachliche Referenz darstellen.

Sind die Arbeitszeugnisse nichts wert? Wieso werden diese noch erstellt, wenn ich jedes mal erneut einen HR-Menschen überzeugen muss?

Wie vermittelt man einem HR-Menschen, dass ich als IT-Mensch in die Schweizer Hotellerie/Gastronomie als Nachtportier, Servicemitbarteiter, Hauswart, Hygiene-Coach etc. gewechselt habe und ein 20 FR Vreneli als besondere Anerkennung für meine persönlichen Einsätze erhalten habe? Nach dem Motto «Herr Grgic, Sie sind goldwert!»

Wie erkläre ich einem HR-Menschen die persönliche Widmung der Direktorin auf meinem Lohnzettel? «Danke für die vielen spontanen Einsätze und danke, dass ich mich immer auf Sie verlassen kann. J. Koller»

Was kann der HR-Mensch schon mit meinem Arbeitszeugnis anfangen?

« Herr Grgic war im Bereich „Network Services“ in der Organisationseinheit „Business Data Network Services“ tätig und für nachfolgende Aufgaben selbstständig verantwortlich:

Herr Grgic identifizierte sich absolut mit seiner Aufgabe und unseren Produkten und zeigte stets eine ausgezeichnete Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude auch über die übliche Arbeitszeit hinaus. Er hat die Fähigkeit, Sachverhalte rasch zu erfassen, zu analysieren und praktikable Problemlösungen aufzuzeigen und zu entwickeln. Aufgrund seines guten Fachwissens erzielte Herr Grgic überdurchschnittliche Erfolge bei seiner Arbeit.

Die Arbeitsweise von Herrn Grgic war jederzeit in höchstem Maße geprägt von Zuverlässigkeit, Systematik, verantwortungs- und Kostenbewusstsein.

Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse lag, auch bei schwierigen Arbeiten, bei objektiven Problemhäufungen und bei Termindruck, weit über den Anforderungen. Seine Aufgaben waren in hohem Maße termingebunden. Er hat die vereinbarten Zeitrahmen auch unter schwierigen Umständen stets eingehalten.

Hier bewies Herr Grgic erneut seine besondere Fähigkeit, solche Projekte erfolgreich zu realisieren.

Mit den Leistungen hat Herr Grgic unseren Anforderungen und Erwartungen in guter Weise entsprochen, sodass wir mit ihm stets voll zufrieden waren.

Aufgrund seiner sachlichen Zusammenarbeit und seines kollegialen und aufgeschlossenen Verhaltens war Herr Grgic stets bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen sehr geschätzt und anerkannt. Hervorzuheben ist auch seine stets sehr gute Zusammenarbeit mit den Kunden, auf deren Anliegen er flexibel und serviceorientiert einging.

Herr Grgic verlässt unser Unternehmen mit Ablauf des 31.12.2015 auf eigenen Wunsch. Wir bedauern sein Ausscheiden und danken dieser guten und bewährten Fachkraft für das überdurchschnittliche Engagement. Wir können ihn fachlich und persönlich empfehlen.

Was sagt einem Schweizer HR-Menschen meine Idee mit dem ICT SUPPORT und entsprechende Referenzen über die herausragende Kundenzufriedenheit der letzten 4 Jahre?

Fast alle zufrieden, quer durch, von Hausmann über Fachmann/Frau und Dr. med, bis zu UNI-Professoren für Mathematik.

Was stimmt jetzt hier nicht? Bin ich das Problem oder haben es die Schweizer HR-Menschen erfunden? Oder ist es diese Art Hürde, die man überwinden muss, um in ein neues Berufsleben einzusteigen?

Ich wünsche den HR-Menschen für ihre weitere Zukunft viel Erfolg und alles Gute.

Saša Grgić

Fachinformatiker-Netzwerker-Nachtportier-Servicemitarbeiter-Hygiene-Coach-ICT-Supporter-…